abc.Etüden KW KW 43/44 I

abc.etüden 2020 43+44 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Geschichten, die sind zu skurril, um nicht drüber zu bloggen. Aus diesem Grund gibt es zur aktuellen Etüdenrunde bei Christiane die erste Etüde, weitere werden folgen. Die Wortspende wird diesmal von Judith und ihrem Blog „Mutiger Leben“ beigesteuert. Auf gehts:

„Schön gehört?“

„Was denn?“

„Die NASA plant jetzt, ein funktionierendes Mobilfunknetz auf dem Mond zu errichten.“

„MUHAHAHAHA, was für eine fabelhafte Idee …!“

„Das ist kein Witz!“

„Echt nicht?“

„Nein!“

„Und du hast sicher nicht wieder von meinen geheimen Vorräten gemopst?“

„Nein!“

„Okay … das muss ich sacken lassen. Wie soll das denn ablaufen?“

„Nun ja, da die NASA ab 2024 wieder bemannte Mondmissionen plant und anschließend eine dauerhaft bewohnte Station dort errichtet werden soll …

„… brauchen die natürlich Telefon?“

„Ja, so ungefähr. Das Ganze soll dann erst LTE-Standard haben, später auf 5G umgebaut werden.“

„Aha. Und wen hat man mit der Umsetzung beauftragt?“

„Nokia …“

„MUHAHAHAHA …“

„Auch DAS ist kein Witz.“

„Oh, okay, ich wusste nicht, dass die außer mit ihren Retro-Telefonen und mit Abgreifen von EU-Fördergeldern und umgehender Schließung der betreffenden Fabrik nach Verbrauch dieser Fördergelder sonst noch irgendwie im Geschäft sind …“

„Sind sie.“

„Und hochgeschickt wird das Equipment dann mit Söders „Bavaria One“?“

„Der war gut! Aber nein, das dann doch nicht, ich schätze, die NASA hätte ihre Pläne gerne noch in diesem Leben umgesetzt …“

„Na, wie auch immer. In jedem Fall faszinierend. Aber hey, das ist wohl der Fortschritt, und wenn dazu gehört, dass der Mond in zwei Jahren eine bessere Netzabdeckung hat als Brandenburg oder Teile von Niedersachsen: Hey, dann muss das wohl so sein! Außerdem …“

„Außerdem …?“

„Außerdem hast du meine Laune verbessert, denn eigentlich wollte ich schon wieder schimpfen.“

„Worüber?“

„Über journalistische Schmutzfinken in Nachrichtensendern der Privaten.“

„Was haben die denn gemacht?“

„Erzähle ich dir morgen. Ich muss den Mobilfunk-Mond jetzt erst mal verarbeiten. Endlich könnte E.T. ohne Probleme nach Hause telefonieren …“

 

abc.Etüden KW 41/42 II

abc.etüden 2020 41+42 | 365tageasatzaday

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ich spare mir eine lange Vorrede, denn sowohl die Vorrede als auch den Anfang des folgenden Textes eines ersten Entwurfs hat aus unerfindlichen Gründen diese innovative Weltneuheit unfassbaren Funktionsausmaßes und einfachster Bedienungsgrundlage, von manchen auch WP-Editor genannt, gefressen. Ohnehin rangiert dieser Editor in meiner persönlichen Beliebtheitsskala, so ich denn eine hätte, noch hinter Reaktorkatastrophen, und wenn es nicht überzogen klänge, so würde ich, wie weiland Cato, der Ältere, es hinsichtlich Karthagos tat, dazu auffordern, ihn zu zerstören oder alternativ wenigstens auf die Rolltreppe ins Nichts aus den „Simpsons“ zu legen.

So viel zu „ich spare mir eine lange Vorrede“ … – jetzt aber in medias res, wie immer werden die Etüden von Christiane organisiert, die Wortspende kommt von Werner und seinem Blog „Mit Worten Gedanken horten“.

Der Landvermesser

Es war einmal ein Landvermesser,
sprach: „Mir reichts jetzt, ich verbesser‘
nunmehr euer aller Leben,
in denen ihr so oft bliebt kleben.

Werd schreiben, was noch nie gewesen,
entwickle 99 Thesen,
und nagle diese flugs voran,
am Parlamentseingange an.“

Bewaffnet nur mit Stift, Papier,
und mit Schokoriegeln – vier -,
sucht er im Wald und Schneidersitze,
ewig nach dem Geistesblitze.

Schnell entsteht dann ein Pamphlet,
wider das Geld, Politsermon, konkret
wirds erst, man ahnt es schon,
bei dem Thema Religion.

Er schreibt, dass all die Pfaffen, Popen,
gehörten schnellstmöglich verboten,
die von Herzen undankbar,
vermehr´n ihr Geld, Halleluja.

Zuletzt fordert er nun doch zu viel,
aussetzen sollte man am Nil,
den Papst in einem Korb aus Weiden,
ihn mag er wohl echt nicht leiden.

Wen wundert´s da, dass – noch im Sitzen- ,
ihn bald wirklich traf das Blitzen,
Und mit einem Jenseits-Köpfer,
stand unfreiwillig er vorm Schöpfer.

„Was erlaubst du dir?“ sprach dieser;
was soll denn so ein wirklich fieser,
Text wohl sein?
So gehässig und gemein!?“

Drauf er zeigt dann uns’rem Held‘
den Eingang in die Unterwelt.
„Es reicht, du gehst, ganz ohne Bares,
jetzt sofort in‘ Hades!“

Nun fleht und klagt der Landvermesser,
doch so richtig macht es das nicht besser;
Er ruft: „Ach, Herr, ja! Ich bedauer‘!“
Und Gott: „Tja, nachher ist man immer schlauer …“

abc.Etüden KW 41/42

abc.etüden 2020 41+42 | 365tageasatzaday

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

aufgrund akuter Kreativitätsinsuffizienz meinerseits gab es eine kurze, aber ungewöhnliche Etüdenpause. Damit daraus kein Dauerzustand wird, gibt es zur aktuellen Wortspende von Werner und seinem Blog „Mit Worten Gedanken horten“ eine erste der wie immer von Christiane organisierten Etüden von mir.

 

„Schon gehört?“

„Was?“

„Die Bundesregierung hat in den ersten drei Quartalen 2020 ein Drittel weniger Rüstungsexporte genehmigt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.“

„Gute Nachrichten, oder!?“

„Och, wie man es nimmt …“

„Boah, du findest aber auch immer was zu meckern! Wie kann man nur so undankbar sein? Was stimmt denn jetzt an sinkenden Rüstungsexporten nicht?“

„Nun ja, zum einen liegen die wohl auch darin begründet, dass die Staaten weltweit gerade aus nachvollziehbaren Gründen nicht so gut bei Kasse sind. Zum anderen ist Ägypten der Hauptabnehmer der Rüstungsexporte.“

„Ja, und?“

„Ach, ich zitiere einfach mal spaßeshalber das Auswärtige Amt: „Seit April 2017 gilt landesweit der Ausnahmezustand. (…) Oder auch: „Kritische Äußerungen über Ägypten und politische Kommentare auch in den sozialen Medien können unter anderem als strafbare Beleidigung und Diffamierung Ägyptens oder des Staatspräsidenten (…) angesehen werden und eine Strafverfolgung nach sich ziehen.“ Oder auch: „Im September 2015 wurde (…) eine Touristengruppe versehentlich durch ägyptische Sicherheitskräfte beschossen.“ Dahin liefern wir Waffen!“

„Ja gut, aber … wenn das offensichtlich nicht als Krisengebiet eingest… „

„Ach, hör doch auf! Ich bin es leid, mich immer dümmeren Begründungen und Rechtfertigungen aussetzen zu lassen. Beispielsweise wird ein Antisemit, der auf einen jüdischen Studenten losgeht, als irre eingestuft, nicht als Antisemit. Als könnte man nicht beides sein. Die AfD wird wahrscheinlich vermuten, dass es sich bei ihm um einen unbescholtenen Landvermesser handelte, der seinen Klappspaten gerade aus beruflichen Gründen bei sich führte.“

„Du wirst unsachlich!“

„Ja, weil ich fadenscheinige Begründungen leid bin. Das Wirtschaftsministerium sagt, bei der Prüfung von Waffenexportanträgen komme es auf die Beachtung der Menschenrechte sowie auf die innere und äußere Lage im Empfängerland an. Wenn das so ist, wieso liefert man an ein Land, das 2019 etwa 60.000 politische Gefangene hatte, Waffen?“

„Aber an wen sollte man sonst …“

„Weiß nicht. Liechtenstein? Costa Rica? Panama?“

„Aber die haben alle kein Militär!“

„Denk mal drüber nach …“

 

abc.Etüden KW 39/40 II

abc.etüden 2020 39+40 | 365tageasatzaday

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt ja so Tage, Wochen, Phasen, da hoffe ich fast, dass die Welt mir keinen Anlass liefert, Etüden zu schreiben, denn in diesen rege ich mich ja nun mehrheitlich auf. Aber die Welt schafft es eben doch immer wieder, mir Anlässe zu geben, weswegen es eine weitere der von Christiane organisierten Etüden zur Wortspende von Lea und ihrem Blog Kommunikatz gibt.

 

„Na, wie ist es?“

„Könnte den ganzen Tag nur schlafen. Muss AfD-Müdigkeit sein…“

„Was haben die nun wieder verbrochen?“

„Einiges. Beispiel: Die Wahlen zum Stadtratsvorsitz in Gera.“

„Was war denn da?“

„Na, dort wurde der AfD-Kandidat mit 23 von 40 Stimmen zum Vorsitzenden im Stadtrat gewählt.“

„Und?“

„Nun ja … die AfD verfügt im Stadtrat nur über 12 eigene Sitze …“

„Autsch – das bedeutet aber doch, dass …“

„Genau. Und kaum erlaubt sich Olaf Scholz, darauf hinzuweisen, dass es eine dumme Idee bleibt, AfDler in Ämter zu wählen, kocht in der Kommentarsektion der „Welt“ des Volkes Zorn hoch …“

„Du liest immer noch …“

„Nein! Also gut, ja. Gelegentlich. Wenn ich mich aufregen möchte.“

„Scheint ja gut funktioniert zu haben.“

„Allerdings. Zumal ich mir immer noch die Frage stelle, worin überhaupt der Wahlerfolg in Gera begründet liegt.“

„Wie hoch war denn der Stimmenanteil da?“

„28,8 %!“

„Alter … wie überaus traurig.“

„Ja, eben – und ich begreife das irgendwie nicht.“

„Hat vielleicht wirtschaftliche Gründe? Oder liegt am Ausländeranteil? Am Niedergang der Geraer Pilzeindustrie?“

„Ach, Mumpitz! Wenn ich Gera beispielsweise mit Flensburg vergleiche, weil ähnliche Einwohnerzahl, eher etwas weniger, dann komme ich zum Schluss, dass Flensburg einen doppelt so hohen Schuldenstand hat, der Ausländeranteil in Flensburg liegt bei über 10 %, in Gera vor zwei Jahren nur bei 6,9 % und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und …

„Na, vielleicht sind das noch 7 % zu viel?“

„Untebrich mich nicht. Jedenfalls, diese 6,9 % liegen überdies weniger im Zuzug begründet, sondern darin, dass „Biodeutsche“ wegziehen und, mit Verlaub, wegsterben und …

„Wegsterben?“

„Ja, wieso?“

„Hm, ich arbeite an einem Wortspiel mit Gera und Geriatrie, aber …“

„Bleib mal ernst! Jedenfalls, in Flensburg kommt die AfD auf gerade mal auf 3,7 % und mir will diese gesamte Sachlage nicht in den Kopf. Und niemand aus der Wählerschaft kann behaupten, man hätte nichts gewusst, nicht nach den Aussagen von Christian Lüth.“

„Der gesagt hat?“

„Dazu komme ich noch …“

abc.Etüden KW 39/40 I

abc.etüden 2020 39+40 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

die abc.Etüden der geschätzten Bloggerkollegin Christiane gehen in die Kalenderwochen 39 und 40 und ich gehe natürlich mit. Die Wortspende stammt diesmal von Lea und ihrem Blog Kommunikatz.

 

„Schon mitbekommen? Heute ist HerbstanfAUA! Spinnst du? Wofür war das?“

„Die Jahreszeit, deren Namen nicht genannt werden darf, fällt aus, wird abgeschafft, verboten!“

„Alter, enstpann dich! Bist du auf Pilzen, oder so!? Geh lieber wieder schlafen! Du wirkst schon wie die ganzen Internet-Lynchmobs, die derzeit über verschiedenste Politiker herfallen!“

„Über wen?“

„Christian Lindner zum Beispiel.“

„Dann hält sich mein Mitgefühl in Grenzen. Was hat er getan?“

„Er hat anlässlich der Verabschiedung von Linda Teuteberg gesagt: „Ich denke daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten etwa 300 Mal den Tag zusammen begonnen haben“. Als darauf einzelne Lacher erklangen, führte er an: „Ich spreche über unser tägliches morgendliches Telefonat zur politischen Lage – nicht was Ihr jetzt denkt“.

„Okay … und?“

„Nun wird ihm Sexismus und Chauvinismus vorgeworfen.“

„Traurig!“

„Das Gesagte oder die Reaktion?“

„Das überlasse ich mal deiner Interpretation. Und wen lyncht man noch?“

„Merz!“

„HAAA!“

„Ich dachte mir, dass dich das freut …“

„Was hat er vorbrochen?“

„Er wurde von einem Bild-Redakteur gefragt – und ja, man kann bereits die Frage geschmacklos und tendenziös finden – ob er Vorbehalte hätte, wenn ein Schwuler Bundeskanzler würde.“

„Uuuuhhhh …“

„Japp. Darauf Merz: „Nein“!“

„Ja und? Dann ist doch alles gut.“

„Nicht wirklich. Entscheidend ist ein Nachsatz auf die Nachfrage,ob das für ihn „völlig normal“ wäre …

„Uuuuuhhh …“

„Jepp. Jedenfalls fügte er daraufhin an: „Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht – ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.“

„Uuuuuuhhh …“

„Japp.“

„Also Homosexualität unterschwellig mit Pädophilie gleichzusetzen oder auch nur in die Nähe zu rücken, ist schon selten dämlich. Er hat nicht dazugelernt, nachdem er seinerzeit dafür auf die Mütze bekam, dass er Rechtsradikalismus mit Grenzschließungen bekämpfen wolle.“

„Exakt.“

 

300 Worte.

 

 

Freitagsfragen # 115

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

meiner persönlichen Ansicht nach, ging diese Woche verdächtig schnell rum, deswegen erstaunt es mich doch ein wenig, dass schon wieder Freitag ist und dementsprechend eine neue Ausgabe der Freitagsfragen ins Haus steht. Bis ich zu einem Schluss hinsichtlich der Frage, ob meine Wahrnehmung einer schnell vergangenen Woche an mir selbst, einem Fehler im Raum-Zeit-Kontinuum oder einem defekten Fluxkompensator in meinem Auto liegt, beschäftige ich mich einstweilen mit der Beantwortung eben jener Freitagsfragen, die da diesmal lauten:

 

1.) Was ist Deine Meinung zur Präsidentschaftswahl in den USA?

Hach, wie lange haben wir denn Zeit? Na ja, ich zumindest wenig, weswegen ich mich hier mal auf das Nötigste beschränke: Je länger die Präsidentschaft des, ähm, sagen wir mal diplomatisch, des Amtsinhabers dauert, umso deutlicher wird, wie wichtig es eigentlich wäre, dass er doch möglichst bald eben dieses Amtes verlustig ginge. Sonst sind bald keine Bündnisse, aus denen er austreten und keine Verträge, die er kündigen kann, mehr übrig.

Darüber dass er innenpolitisch eine reine Flitzpiepe ist, muss derzeit nicht viel gesagt werden, sein Verhalten hinsichtlich der Pandemie und der BLM-Proteste spricht Bände. Leider ist er aber eben auch außenpolitisch eine reine Flitzpiepe.

Erinnert sich noch jemand daran, wie er einst die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem verkündete und sich dafür feiern ließ, obwohl alle seine Amtsvorgänger seit Clinton von ihrem Recht Gebrauch machten, eben diese Umsetzung eines alten Kongressbeschlusses unbegrenzt nach hinten zu verschieben? Dafür ließ sich der Herr seinerzeit feiern und auch nach Meinung seines ehemaligen Sicherheitsberaters John Bolton verlief diese Angelegenheit bzw. der bisherige Umzug weitgehend problemlos. Gut, bei Protesten gegen die Entscheidung der Verlegung der Botschaft wurden 2018 mindestens 60 Palästinenser erschossen und über 2.700 verletzt, aber hey …

Erinnert sich noch jemand an die beiden Treffen von Trump bzw. Pompeo mit dem kleinen, pummeligen Nordkoreaner 2018 und 2019, seinerzeit von Trump ebenfalls gefeiert, als hätte er gerade Weltfrieden und Beendigung des Welthungers gleichzeitig über die Menschheit gebracht? Geblieben ist davon nichts, Ende 2019 nannte Trump sein nordkoreanisches Gegenüber wieder „Raketenmann“, von dort konterte man, indem man Trump als einen „dementen Alten“ bezeichnete. Recht hatten vermutlich beide, trotzdem wurde es als Beleidigung aufgefasst …

Erinnert sich noch jemand daran, als er 2019 die EU als „schlimmer als China“ bezeichnete und bereits ein Jahr vorher sagte: “ „Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen. Und das ist, was sie getan haben. Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union.“!? Hach, manchmal möchte man ihm ein Eis kaufen und über die Straße helfen.

Erinnert sich noch jemand an die Austritte aus den Veträgen hinsichtlich der nuklearen Mittelstreckenrakten mit Russland, dem Austritt aus dem Iran-Deal, dem geplanten Ausstieg aus den Open-Skies-Veträgen und zuletzt, verdammte Axt nochmal, die Ankündigung des Austritts aus der WHO weil zwar die USA größter Geldgeber der WHO seien, diese aber unter dem Einfluss Chinas stünde – „Warum, wenn ihr doch der größte Geldgeber seid, habt ihr da was falsch gemacht?“ möchte man reflexartig fragen – und außerdem von Trump für die hohe Anzahl an Toten durch die Corona-Pandemie in den USA verantwortlich gemacht wurde!

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich habe seinerzeit nicht geglaubt, dass dieser Mann tatsächlich gewählt wird – um ehrlich zu sein, habe ich bei Bekanntwerden der Kandidatur sogar schallend gelacht -, nun glaube ich heute aber leider auch nicht, dass man ihn abwählt. Das wäre für die Welt zwar fatal, würde mir aber ein größeres Zeitfenster einräumen, das Buch von John Bolton zu lesen, dass ich nur deswegen noch nicht durchgelesen habe, weil sein Schreibstil trockener ist als das Death Valley.

2.) Gab es in Deiner Kindheit und Jugend strenge Regeln, wie viel und was auf dem TV du sehen durftest?

Nein, nicht dass ich wüsste. Es ging weniger um das „wieviel“ und „was“, es ging mehr um das „bis wann“, denn irgendwann musste man dann ja doch mal im Bett sein. So erinnere ich mich noch selig zurück, dass damals™ beispielsweise Fußball-Länderspiele noch zu einer Zeit begannen, die es mir ermöglicht hat, wenigstens noch die erste Halbzeit zu sehen, manchmal auch die zweite, wenn ich dafür versprach, am nächsten Tag nicht darüber zu nörgeln, dass ich müde sei. Nachdem man mittlerweile den Anstoß für CL-Spiele auf 21 Uhr gelegt hat – was im Falle solcher Lustigkeiten wie Verlängerung und Elfmeterschießen auch für die arbeitende Bevölkerung irgendwann mal zum Ärgernis werden kann – haben nachfolgende Generationen da noch größere Schwierigkeiten.

3.) Hörst Du gerne anderen Menschen zu?

Eine Reihe von Menschen, denen ich dahingehend vertraue, so etwas nicht nur zu behaupten, um mir zu gefallen, würde wohl sagen, dass ich das gern tue und auch gut kann. Ich gebe aber zu, dass ich es noch lieber habe, wenn andere Menschen mir zuhören. 🙂

4.) Die Wahl der Qual: Soll alles was Du besitzt für immer zerstört oder unwiederbringlich gestohlen werden?

Ich würde ja „weder, noch“ sagen, aber das geht wohl nicht. Hm, einerseits könnte ich ganz altruistisch sagen, dass der gestohlene Besitz dann ja wenigstens noch anderen Menschen zugute kommt, aber hey, er bliebe immer noch gestohlen. Daraus sollte sich kein Gewinn erzielen lassen. Insofern würde ich mich dafür entscheiden, dass alles unwiederbringlich zerstört wird. Oder halt, noch besser: Ich bin dafür, dass es erst gestohlen und DANN für immer zerstört wird, aus reiner Boshaftigkeit dem Dieb gegenüber und unter Hinweis auf die alte Fußballerweisheit: „Wenn wir nicht gewinnen können, treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.“

 

Das war es auch schon wieder. Ich wünsche allseits ein schönes Wochenende und verabschiede mich in ein ebensolches, welches in meinem Fall daovn bestimmt sein wird, dass die Bundesligasaison wieder losgeht, ich angesichts der hier zu erwartenden Wetterlage wohl viel zum Lesen kommen werde, die Bundesligasaison wieder losgeht, ich vielleicht mal dazu komme, wirklich auszuschlafen und ansonsten muss noch darauf hingewiesen werden, dass die Bundesligasaison wieder losgeht.

abc.Etüden KW 37/38 V

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzaday

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

aller guten Dinge sind, ähm, fünf, deswegen gibt es jetzt noch eine der von Christiane organisierten Etüden zur Wortspende von Ludwig Zeidler. Dann muss aber auch gut sein. 🙂

„Hey!“

„Oh, nein …“

„Was denn?“

„Bitte kein Gerede über von der Leyen oder Politik.“

„Hatte ich nicht vor!?“

„Nicht? Worüber willst du dann reden?“

„Erinnerst du dich an meinen Gedichtzyklus „Keimzeit ist Reimzeit“?“

„Hm, andererseits ist gegen eine Diskussion über die Rede von Frau von der Leyen so viel auch wieder nicht einzuwen…“

„Vergiss es!“

„Okay.“

„Also: Ich habe eine Gedichtgruppe geschrieben. Thematisch gesehen.“

„Worüber?“

„Über Gemüsebrühe!“

„Über Gem…“

„Genau! Tolle Idee, oder? Und ich nenne sie: „Mit Brüh´ und Not!“ Oder auch …“

„Spar dir die Brühe!“

„Ja, das ist es! Genial! Meins war nur ein Arbeitstitel, aber das …“

„Nein, ich meinte: Mach lieber was anderes!“

„Ach so? Gefällt dir nicht? Hm, dann vielleicht eines meiner religionskritischen Gedich… wo willst du hin?“

„Ich schichte schon mal deinen Scheiterhaufen auf …“

„Nix da, hiergeblieben, zuhören. Folgendes Werk nenne ich „Engelhaft“. Substantiv. Wie Himmelsbotengefängnis quasi.“

„Aha …“

„Also … *räusper*

„Am Tische sitzt der Gabriel und knabbert voller Not,
und voller Weh und Ach im Herz an einem Kanten Brot
.

Gleich neben ihm sitzt Michael, der döst so vor sich hin,
scheint angesichts der Lage noch recht positiv im Sinn.

Dort drüben an der Wand, dort kauert Raphael
hat ähnlich wie der Erstgenannte Pein in seiner Seel.

Ihr Chef, der hat sie weggesperrt: Insubordination!
Die Tür schlug zu, zu auch das Schloss, der Knast war nun ihr Lohn,

„Vielleicht“, so sprach der Gabriel, „solln wir doch letztlich tun,
was der Chef da von uns will, nichts anderes bleibt doch nun.“

„Hast recht!“, rief da der Michael, „jetzt gibt es auf die Mütze.
Wir legen los, mit voller Kraft: Nu‘ is‘ Apokalypse!“

Ihr Chef war gnädig, ließ sie raus, erwartend nun ihr Tun,
alsbald die panisch‘ Menschheit lief herum, wie’s aufgescheuchte Huhn.“

„Na? Genial, oder!? Total tief irgendwie!“

„Tief, ja, tief würde ich’s im Garten vergraben!“

300 Worte.

abc-Etüden KW 37/38 IV

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzaday

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

noch läuft die 38. Kalenderwoche, was gleichbedeutend damit ist, dass man Etüdenorganisatorin Christiane noch weitere Etüden zur aktuellen Wortspende von Ludwig Zeidler zukommen lassen kann. Also mache ich das doch einfach mal:

 

„Wie jetzt, du löst Kreuzworträtsel?“

„Jepp. Hilf mir mal eben: Anderes Wort für zart oder ätherisch mit neun Buchstaben!?“

„Engelhaft?“

„Passt, danke!“

„Gern. Noch keine Nachrichten gehört?“

„Welche?“

„Na, Deutschland nimmt 1.500 Flüchtlinge aus Griechenland auf. Gute Idee, oder!?“

„Ach, wie man es nimmt …“

„Was? Wirste jetzt zum AfDler …?“

„Ach, Unfug.“

„Und dennoch bist du irgendwie unzufrieden?“

„Schon.“

„Weil?“

„Weil ich denke, dass europaweit so viel mehr möglich wäre. Sieh mal, schon in §2 des EUV steht: „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde (…)“ etc. – aber man scheint bei der EU derzeit angetreten zu sein, um eben diese Menschenwürde mit Füßen zu treten und Heuchelei zum Grundsatz des Handelns zu machen.“

„Inwiefern Heuchelei?“

„Die geplante Aufnahme von 400 unbegleiteten Kindern wurde von der EU nach dem Moria-Brand als brandneue Idee verkauft. Dabei berichtete die Presse über diese Pläne schon im März.“

„Es braucht halt Zeit bis zu einer europäischen Lösung …“

„Ach, die haben wir doch, und da sind wir schon bei der Menschenwürde.“

„Inwiefern?“

„Na, all diese Dinge, die Pushbacks, Internierungslager in Libyen, EU-finanzierte Flüchtlingslager in Tripolis, aus denen sich sogar das UNHCR zurückzog, weil man die Sicherheit der Menschen nicht mehr gewährleisten konnte, die überfüllten Lager in Griechenland und anderen südeuropäischen Staaten, die man weitgehend allein mit der Situation lässt, all das, machen wir uns doch nichts vor, all das IST die europäische Lösung. Zumindest scheint man an keiner anderen interessiert zu sein.“

„…“

„Und das Schlimmste sind die Deppen, die sich heute aus aktuellem Anlass wieder in den asozialen Hetzwerken und sonstwo auskotzen, obwohl sie mehrheitlich die Sprache des Landes, das sie zu verteidigen angetreten sind, nicht mal in Wort und Schrift beherrschen. Widerlich!“

„Tja, und nun?“

„Vielleicht baue ich mir ´n Bunker und vergrabe mich darin.“

„Hm, da bekäme „Wolfsschanze“ eine völlig neue…“

„Sags nicht!“

 

300 Worte.

abc.Etüden KW 37/38 III

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ich starte mal ohne große Vorrede in die dritte der Etüden, die weiterhin von Christiane organisiert werden, während die Wortspende von Ludwig Zeidler beigesteuert wurde.

 

„Wenn hierzulande nicht die Verbrennung von Druckerzeugnissen eine so schlechte Lobby hätte, dann …“

„WAS?“

„… dann würde ich ja dazu aufrufen, regelmäßig die gesamte Auflage der „Bild“ abzufackeln.“

„Aha. Du würdest also alle verfügbaren Exemplare aufkaufen und dann dem Feuer überantworten!?“

„Genau!“

„Hm, ob es Julian Reichelt wohl egal ist, ob man sein ekelerregendes Pamphlet liest oder verbrennt, solange man es bezahlt hat …!?“

„Ich … habe nie gesagt, dass mein Plan perfekt ist …!“

„Offensichtlich. Worum geht es denn überhaupt?“

„Um Rügen!“

„Die Insel?“

„Nein, die des Presserats. Die „Bild“, die sich in ihren widerlichen Werbespots ja immer so engelhaft-bürgernah gebärdet, die bekam nämlich von allen seit 1986 durch den Presserat ausgesprochenen Rügen – 797 an der Zahl – ganze 214 verpasst. Das sind etwa 27 Prozent aller erteilten Rügen. Und neulich kamen erst wieder neue dazu. Zwölf Rügen wurden verteilt, fünf gingen an die „Bild“.

„Und wofür?“

„Oh, unter anderen für die Berichterstattung über die Drosten-Studie, die seinerzeit „grob falsch“ genannt wurde. Momentan muss sich der Presserat aber noch mit etwas viel Schlimmerem befassen.“

„Nämlich?“

„Die „Bild“ hat anlässlich der Berichterstattung über die getöteten Kinder in Solingen Kontakt zu einem Schulfreund des überlebenden Sohnes aufgenommen und dessen Whatsapp-Chat mit besagtem Sohn vom Tag der Tat auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Oh, und ein Bild des besagten Schulfreunds haben sie auch veröffentlicht, ohne den Jungen darauf unkenntlich zu machen.“

„Was? Wie widerlich ist das denn?“

„Jepp! Das Schlimme ist: Interessiert das die Schergen dieses Hetzblatts? Gehen die jetzt vor Scham in Sack und Asche oder vergraben sich in selbstauferlegter Journalismus-Quarantäne oder etwas in der Art?“

„Nein?“

„Ach, Quatsch, die machen einfach weiter. Sie müssen nur in einer der nächsten Ausgaben die Rüge veröffentlichen – fertig“

„Hm, dann sind diese Rügen ja irgendwie eine gute Idee, die aber zahnlos wirkt, wenn die Konsequenzen ausbleiben.“

„Tja, die Pressefreiheit ist halt ein hohes Gut …“

 

300 Worte.

abc.Etüden KW 37/38 II

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ich hänge thematisch noch an gestern fest, deswegen gibt es heute eine weitere der von Christiane organisierten Etüden zur Wortspende des Etüdenerfinders Ludwig Zeidler.

 

„Ich fasse es nicht!“

„Was denn?“

„Na, nach dem Brand von Moria hätte ich erwartet, dass Frau von der Leyen kommt und sagt: „Passt mal auf, ich habe eine Excel-Tabelle aller EU-Staaten unter Berücksichtigung von Einwohnerzahl und Durchschnittseinkommen aufgestellt und darauf basierend errechnet, wie viele der Menschen in Moria jedes Land aufnehmen muss – und die nimmt jetzt jeder. Punkt. Basta. Ende.““

„Aber?“

„Stattdessen schwafelt sie etwas davon, „den unverzüglichen Transfer der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen auf das griechische Festland zu finanzieren.“ Womit dort „nur“ noch etwa 12.000 Menschen verblieben – na hurra! Andere Teile der deutschen Politikerkaste bewerfen sich derzeit gerade mit verbalen Exkrementen der Schuld oder aber fallen durch ausnehmende Pietätlosigkeit auf.“

„Beispiel?“

„Alice Weidel.“

„Wie überraschend …“

„Japp, sie schrieb bei Facebook: „Wer Lager mutmaßlich anzündet, damit andere Bewohner gefährdet, Tote in Kauf nimmt und die Feuerwehr am Einsatz hindert, verdient ein Ticket: das nach Hause ins Heimatland!““

„Übel!“

„Japp, in die Kerbe schlagen aber auch andere. Hessens Europaministerin sagt: „„Dieser Gewaltausbruch einiger darf nicht belohnt werden.“ und schlägt stattdessen vor, dass man alles dafür tun solle, „die Bedingungen in diesen Einrichtungen zu verbessern“.“

„Na, was für eine großartige Idee!“

„Ja, oder!? Derweil gelingt es Biszurletztenpatrone-Innenhorst und der sich 2015 engelhaft gebenden Kanzlerin, trotz und gerade während Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft nicht, dafür zu sorgen, dass knapp 13.000 Menschen in einen Wirtschaftsraum mit fast 450 Millionen Einwohnern eingegliedert werden – wie peinlich ist das!? Unser Innenhorst bleibt bei seiner 200.000-Zuwanderer-Obergrenze, trotz der Tatsache, dass er selbst im Juli sagte, dass „die Zahl der neu Angekommenen in diesem Jahr noch weit unter dieser Marke“ liege. Schlimmer noch: Er blockiert seit Wochen jegliche Initiative aus den Bundesländern, insgesamt 2.100 Menschen aufzunehmen. Und währenddessen tut unsere Kanzlerin so, als habe sie sich in die Lektüre von „Der gute Mensch von Sezuan“ vergraben und als ginge sie das alles nichts an.“