Etüdensommerpausenintermezzo 2020 – Alphabet | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

die Etüden befinden sich in der Sommerpause, aber als Art Methadonprogramm für Etüdensüchtige gibt es ja das Etüdensommerpausenintermezzo bei der geschätzten Kollegin Christiane, im Folgenden aus Effizienzgründen ESPI genannt. In der aktuellen Ausgabe des ESPIs geht es diesmal darum, zu einem frei wählbaren Oberbegriff einen Text zu verfassen, der 26 in den Kontext des Oberbegriffs passende Begriffe von A-Z enthalten muss. Ich hoffe, ich habe das halbwegs verständlich zusammengefasst!?

Legen wir also gleich los. Der folgende Text steht, wie sollte es vor dem Hintergrund mittlerweile lieb gewonnener Figuren auch anders sein, unter dem Oberbegriff „Hölle“. Und was bzw. wer dahin gehört, ist Ergebnis meines höchst subjektiven Empfindens. Also dann:

 

Wir befinden uns in der Hölle, dem Stammsitz der „Fate LLP“, dessen Eigentümer und Geschäftsführer S. Atan in Begleitung seines Assistenten Lübke gerade einen chinesischen Investor durch die einzelnen Abteilungen der Hölle führt.

„Soooo, Herr Wang, wir …“

„Ach, bitte, sagen Sie doch Bailong zu mir. Wir kennen uns doch jetzt schon eine Weile.“

„Ach, was für ein schöner Vorname.“

„Ja, er bedeutet „Weißer Drache“ und …“

„Ja, faszinierend … nun, wie auch immer, wir haben also jetzt schon den Großteil unserer unheiligen Hallen gesehen, es fehlt jetzt eigentlich nur noch der Bereich, für den wir Ihre Investition bräuchten: die Vorhölle!“

„Unterbrechen Sie mich, wenn ich etwas Falsches sage, aber: Hat die Katholische Kirche die Vorhölle nicht abgeschafft?“

„Ja, na und? Wir machen Sie einfach mit neuem Konzept wieder auf. Früher, ja, da war das eigentliche Konzept der Vorhölle eher weniger erfreulich, deswegen lassen wir uns jetzt etwas Neues einfallen und eröffnen eine alphabetisch geordnete Vorhölle, in der wir, je nach Gusto, Personen und Personengruppen unterbringen, die uns nicht passen.“

„Spannende Idee, Herr Atan. Oder darf ich S. sagen?“

„Meinetwegen …“

„Also, S., spannende Idee, aber wie sieht das denn auf der rechtlichen Seite aus? Wird die Katholische Kirche da nicht intervenieren?“

„Ach, papperlapapp, wir sind hier weitgehend autark und müssen uns von niemandem etwas vorschreiben lassen.“

„Außer von Olaf Scholz, wenn es um Abführung von Steuern geht, Meister.“

„Ja, Lübke. Danke, Lübke. Ein äußerst hilfreicher Einwand … – jedenfalls, Bailong, rechtlich ist die Sache hieb- und stichfest, keine Sorge. Ich würde Ihnen jetzt gerne zeigen, wie das Ganze aussieht.“

*Die Gruppe schlendert in einen angrenzenden Bereich, der aus einem nahezu unendlich langen Flur zu bestehen scheint, von dem links und rechts in großem Abständen Türen abgehen*

„Voilà, unsere Vorhölle!“

„Na, das sieht doch schon sehr beeindruckend aus. Wofür brauchen Sie mich denn dann noch?“

„Weil das bis jetzt nur einfache Türen sind. Die Räume dahinter sind noch leer. Sie würden uns die komplette Inneneinrichtung finanzieren, das geben nämlich unsere derzeitigen liquiden Mittel nicht her.“

„Tja, ich würde sagen, um ein genauerer Bild zu bekommen, müsste ich wissen, wen Sie hier unterzubringen gedenken.“

„Tja, dann fangen wir doch mal vorne an. Hier unter A kommt, wie sollte es anders sein, die AfD rein. Hinten in der Ecke stelle ich mir einen vergitterten Bereich vor, speziell für die AfD Solingen.“

„Wieso, was hat die getan?“

„Oh, die hat kürzlich sinngemäß auf ihrer Facebookseite geschrieben, dass, wenn es für einen geplanten Krankenhausbau zu wenig Geldmittel gebe, man doch endlich Flüchtlinge abschieben solle, um Mittel freizubekommen. Und dann heißt es da:

„Wenn bei Ihnen daheim der Hausmüll stinkt:

A ) Bringen Sie den Müll raus oder

B ) Schaffen Sie einen Stuhlkreis, der darüber diskutiert, wie man den Gestank besser ertragen kann ?““

„Puh, das ist heftig!“

„In der Tat, lieber Bailong, in der Tat. Aber damit nicht genug.“

„Nein?“

„Nein. Nachdem Journalisten über die Sache berichteten, hieß es auf der FB-Seite: „In einem vernünftig regierten Land würde man solche ,Journalisten‘ in den Bau stecken“

„Unfassbar. So etwas würde bei uns niemals … ähm, ich meine …, ach, egal – jedenfalls, das Konzept gefällt mir. Gehen wir weiter?“

„Gerne. Hier unter B kommt die gesamte Mannschaft von Bayern München rein!“

„Mit Hoeneß?“

„Mit Hoeneß!“

„Gefällt mir! Und unter C?

„Unter C haben wir eine gemütliche Unterkunft für die gesamte CSU!“

„Aha – tja … darf ich einen Vorschlag machen?“

„Aber gerne …“

„Wenn Sie hier die CSU unterbringen, haben Sie keinen Platz mehr für die Corona-Leugner!“

„Die wollten wir eigentlich unter Q wie „Querdenken“ unterbringen …“

„Dann hätten Sie dort aber keinen Platz mehr für die Spinner von QAnon!?“

„Verdammt, Sie haben recht. Okay, also unter C kommen die gesamten Corona-Leugner unter. Übrigens, kennen Sie den: Wie lauten die letzten Worte des Corona-Leugners?“

„Ich bin  überhaupt nicht krank! Das ist eine Erfindung von Bill Gates und der Lügenpressssss …!?“

„Ach, den kannten Sie schon, schade. Wie auch immer, also unter C die Corona-Leugner, die auf die Straße gehen, um dafür zu kämpfen, dass sie etwas wiederbekommen, was sie nie verloren haben, dann lassen wir dafür die CSU laufen und beschränken uns auf einige, wenige ihrer führenden Köpfe.“

„Klingt gut.“

„Setzen wir das doch gleich in die Tat um. Dann kommt unter D Alexander Dobrindt rein.“

„Für die Maut?“

„Ja, sicher. Und für die Tatsache, dass er als Verkehrsminister seiner Heimatregion und Bayern allgemein wesentlich mehr Geld zugeschustert hat, als anderen Regionen, so wie übrigens alle CSU-Verkehrsminister vor und nach ihm. Und insbesondere für seinen Ausspruch bei der Diskussion um die sogenannte „Ehe für alle“, als er sagte: „Die Union als Volkspartei hat die Aufgabe, der stillen Mehrheit eine Stimme zu geben gegen eine schrille Minderheit.“

„Man muss sagen, Sie sind schon liberal hier unten!?“

„Nein, nur vernünftig. Egal, weiter im Text. Der Bereich E ist für den türkischen Staatspräsidenten Erdogan reserviert. Meinetwegen könnte er hier auch zusammen in einer WG mit Sebastian Edathy leben, den aber keine Sau mehr kennt und von dem offensichtlich auch irgendwie niemand weiß, wo er gerade ist …“

„Pssst, um Himmels Willen, S., Sie …“

„Ich würde Sie bitten, hier unten auf Ihre Wortwahl zu achten, Bailong.“

„Na, dann eben „in Dreiteufelsnamen“?“

„Besser.“

„Na, dann also: Pssst, in Dreiteufelsnamen, S., so eine Ankündigung kann gefährlich sein, wenn die durchsickert.“

„Ach, was will er denn machen, der Erdogan? Mich verklagen? Und wenn: Ich habe die Nummer von Böhmermanns Anwalt … – gehen wir weiter  und kommen wir zu F. Dort kommt der FC Bayern München rein!“

„Aber den hatten Sie schon!?“

„Die haben noch eine zweite Mannschaft in der 3. Liga …

„Finde ich nicht gut, die sollte man aus Effizienzgründen zusammenlegen.“

„Na gut, dann kommt hier eben die FDP rein.“

„Die komplette?“

„Ja, sicher!“

„Aber die ist doch wichtig innerhalb des demokratischen Systems!?“

„Für wen? Damit Kubicki sein Gesicht in weitere 70 Talkshows halten kann, muss er kein Parteibuch haben. Und die eigentliche Wählerschaft, Zielgruppe, Klientel, whatever ist schon dadurch genug vertreten, dass wir bereits vor zwei Jahren mehr Lobbyisten mit Hausausweis für den Bundestag hatten als Abgeordnete, und besser ist das sicher nicht geworden. Nein, ich bleibe dabei, die FDP kann weg!“

„Na gut. Kommen dann unter G die Grünen rein?“

„Nein, wo denken Sie denn hin? Es gibt niemals mehr eine linke Mehrheit auf Bundesbene, wenn wir die wegsperren, das kann ich nicht machen. Nein, ganz einfach: Unter G wie Gas, genauer gesagt Erdgas, ist unsere Energieversorgung für den gesamten Bereich untergebracht. Im Vertrauen: Wir zapfen von hier direkt von der Nord Stream 2 ab …“

„Ach, die Pipeline ist schon fertig?“

„Na ja, zu 95 Prozent. Das müsste bis zum Baubeginn hier eigentlich passen. Sofern die Amerikaner das nicht doch noch irgendwie verhindern, angesichts ihres „Gesetzes zum Schutz Europas Energiesicherheit“. Das muss man sich mal vorstellen: Die nennen ein Gesetz „Gesetz zum Schutz Europas Energiesicherheit“. Klingt super, oder? Irgendwie alstruistisch. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Dabei wollen die Amis eigentlich nur ihr eigenes Flüssiggas auf ökologisch fragwürdige Weise quer über den Atlantik schippern, um es dann hier zu verticken. Warum sagt man das dann nicht so!?“

„Da bin ich ganz hier Meinung. Wer kommt denn in den Bereich H? Hofreiter?“

„Nein! Was haben Sie denn immer mit den Grünen, verdammt?“

„Dann Habeck?“

„Der ist auch Grüner, Herrgott!“

„Ihre Wortwahl, S., denken Sie an Ihre Wortwahl!“

„Sacklzement, ist doch gut jetzt. Nein, unter H kommt Björn Höcke!“

„Ich dachte, der käme unter A!?“

„Nee, nee, der Herr kriegt ein Einzelzimmer. Mit speziellen Einrichtungen zur Dauerbeschallung mit „Die Internationale“. Mit 47 Monitoren, in denen nachts durchgehend Erklärfilme der Bundeszentrale für politische Aufklärung laufen. Und regelmäßig kommen Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg von oben auf ein Stück Kuchen vorbei. An der Wand ein riesiger Setzkasten mit 150 Miniaturen des Holocaust-Denkmals in Berlin. Hach, ich sehe es schon vor mir. Er wird es lieben …“

„Klingt bezaubernd, ja. Wie sieht es mit I aus?“

„Tja, ehrlich gesagt, das wissen wir noch nicht so genau. Ich hatte ja spontan an die Firma Intel gedacht, aber …“

„Warum?“

„Na … ich mag AMD, außerdem wird Intel dauernd verklagt und oft auch verurteilt. Mal wegen Missbrauchs ihrer Vormachtstellung auf dem Markt, dann wegen Sicherheitslücken, zuletzt wegen Wertpapierbetrugs. Nein, ich denke, es wäre besser, wenn die heimlich still und leise verschwinden würden.“

„Soll mir nur recht sein, ich halte nennenswerte Anteile an HiSilicon …“

„An wem?“

„Einem chinesischen Chiphersteller. Gehört zu Huawei …“

„Na, dann wäre das doch eine win-win-situation!?“

„Absolut. Keine Einwände!“

„Gut, dann geht es mit J wie „Junge Alternative“ weiter, hier kommt also die Jugendorganisation der AfD rein.“

„Können die nicht auch unter A?“

„Nein, lassen Sie die junge Leute hier mal unter sich sein. Außerdem plane ich, die jungen Leute hier drin intensiv zu beschulen, denn offensichtlich wurde da etwas versäumt und es besteht ein eklatanter Nachholbedarf in Fächern wie Geschichte, Ethik, Sozialkunde und … ach, in eigentlich allem.“

„Sehr nobel von Ihnen.“

„Tja, was tut man nicht alles. Kommen wir zu K, reserviert für Andreas Kalbitz von der AfD.“

„Gute Idee! Und der bekommt dann das gleiche Programm wie der Höcke?“

„Nein, bei jemandem, der so einen Hintergrund hat wie Kalbitz und dann noch aussieht wie Himmler, nein, bei so jemandem ist Hopfen und Malz verloren. Nee, Kalbitz kommt hier einfach nur rein und wird dann offiziell vergessen.“

„Ach, und Höcke meinen Sie mit Ihrer Beschallung und dem ganzen anderen Zeug noch beeinflussen zu können?“

„Gute Güte, nein, das mache ich alles rein zu meinem Vergnügen!“

„Verständlich.“

„Gehen wir weiter zu L. L wie Lukaschenko.“

„Oh, ja, ich denke, dazu braucht nicht mehr viel gesagt werden, Sie würden der Menschheit wohl einen Dienst erweisen.“

„Eben. Dann weiter zu M, reserviert für Jörg Meuthen.“

„Sie bringen die berühmtesten AfDler separat unter, so scheint es mir?“

„Allerdings, das vervielfacht den Spaß. Also … meinen.“

„Das sei Ihnen gegönnt, mittelfristig könnte man überlegen, ob man aus Effizienzgründen hier nicht anders vorgeht …“

„Na gut, bei Meuthen ließe ich mit mir reden, bei Kalbitz und Höcke nicht!“

„Wird notiert. Und jetzt N?“

„Japp, N wie NRA – ich kann gar nicht sagen, wie lange ich diesen Verein schon von der Bildfläche verschwinden sehen möchte!“

„Nachvollziehbar – aber werden die nicht sowieso gerade von New Yorks Generalstaatsanwältin verklagt, mit dem Ziel, die NRA aufzulösen?“

„Nun ja, grundsätzlich habe ich nach dem immer wiederkehrenden Scheitern von Trumps Einwanderungspolitik vor dem Supreme Court habe ich ja grundlegendes Vertrauen in die Justiz der USA …

“ … zumindest mehr als Trump selbst, Chef, denn der nannte die Entscheidung des Supreme Courts aus dem Juni gegen ihn „politically charged decision“, also im weitesten Sinne „politisch beeinflusste Entscheidung“, womit er der Justiz vorwirft, nicht unabhängig zu sein und worüber er vielleicht noch länger mal nachdenken sollte als er jetzt schon im Amt ist, Chef.“

„Interessanter Beitrag, Lübke, danke. Nun, jedenfalls habe ich grundlegendes Vertrauen in die US-Justiz, aber um ehrlich zu sein: Sicher ist sicher! Also, weg mit der NRA!“

„Einverstanden. Was ist mir O?“

„O wie Onlinehandel!“

„Sie wollen den kompletten Onlinehandel … ähm … wegsperren? Mit Verlaub aber, wie um alles in der Welt soll das gehen? Jeff Bezos entführen und als Voraussetzung für seine Freilassung die Zerschlagung Amazons fordern?“

„Hm, ich gebe zu, über die Frage der Umsetzung wird derzeit noch in einem Fachgremium beraten, aber ich muss zugeben: Alles was ich von denen gehört habe, war schlechter als ihre Idee! Aber mein Entschluss steht fest, der Onlinehandel muss weg, die Leute müssen zum Einkaufen mal wieder aus dem Haus, in Geschäfte vor Ort.“

„Das können wir nicht machen! Ich verdiene doch selbst durch Onlinehandel Geld. Ich müsste mit der Muffe gepufft sein, um freiwillig darauf zu verzichten!?“

„Mit der was? Ich gebe zu, Ihre Kenntnisse der deutschen Sprache ist beeindruckend!“

Sind beeindruckend! Und lenken Sie nicht ab. In den Bereich O muss etwas anderes, sonst muss ich mein Investment leider …“

„Nein, halt, warten Sie, Sie haben gewonnen. Dann kommt in O eben … Günther Oettinger, um die Welt davor zu bewahren, dass er nochmal so etwas wie „In my homeland Baden-Württemberg we are all sitting in one boat.“ sagt. Oder „„Was die Netzneutralität betrifft, da haben wir gerade in Deutschland Taliban-artige Entwicklungen.“ Oder überhaupt irgendwas anderes.“

„Klingt nach einer mit heißer Nadel gestrickten Idee, aber …“

„Alles hier ist mit heißer Nadel gestrickt …“

„Schnauze, Lübke!“

„Was hat er denn gesagt?“

„Ach, nichts. Gehen wir weiter zu P, wie Polizei und Polizeigewerkschaft.“

„Was? Sie können doch nicht …

„Nein, natürlich nicht. Nur so vereinzelte, wie beispielsweise den Herrn, der bei den „Querdenken“-Covidioten aufgetreten ist und ganz viele lustige Dinge sagte, wie beispielsweise, dass es aus seiner Sicht keine Gewaltenteilung in diesem Land mehr gebe und der die jetzige Situation mit dem Beginn der Nazi-Zeit verglich. Der bei einer Veranstaltung auftauchte, auf der sich immer öfter und immer zahlreicher auch die Rechtsradikalen zeigen, und der bei der Polizeidirektion Hannover zuständig war für das Sicherheitskonzept von Synagogen. Kannste Dir nicht ausdenken so was, wenn es nicht so traurig wäre, wäre es komisch.“

„Und was kann die Gewerkschaft für solche Einzelfälle?“

„Kommen Sie mir nicht mit „Einzelfälle“. Die 5.500 „Dissidenten“, die in ihrem Heimatland in Haft sitzen, sind sicherlich auch alles nur …“

„Chef, nicht! Sie lassen das Geschäft platzen!“

„Also, ich muss doch sehr bitten, S., nicht in diesem Ton, ja!?“

„Verzeihung. Jedenfalls, was die Gewerkschaft angeht: Nachdem unser Bundesinnenhorst die Idee einer bundesweiten Studie zum racial profiling untersagt hat – mit der Begründung, dass racial profiling ja sowieso verboten sei … -, hat Niedersachsens Innenminister Pistorius vorgeschlagen, das auf Landesebene zu tun. Was folgte, war nicht nur eine reflexhafte Ablehnung des Vorschlags durch diverse Amtkollegen, unter anderem aus Brandenburg. „“Ich sehe für Brandenburg die Notwendigkeit einer solchen Studie nicht“, sagte Brandenburgs Innenminister Stübgen seinerzeit. Nein, in Brandenburg, von wo erst unlängst über eine wachsende Zahl von Polizisten mit AfD-Parteibuch berichtet wurde, nein, da braucht man das wirklich nicht … Und das sieht eben auch der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft in Niedersachsen so, für den der Vorschlag von Pistorius eine „Vorverurteilung darstellt“. Die alle können meinetwegen gerne unter P geparkt werden. Und wenn sie dann zur Besinnung kommen, dann lassen wir sie wieder raus. Außer den „Querdenker“ von der Dortmunder Demo, der bleibt hier.“

„Na gut, so sei es! Weiter mit Q?“

„Hatten wir doch vorhin schongeklärt, da kommen die QAnon-Spinner hin.“

„Ach ja. Dann R.“

„Ja, R wie „Rückreisewelle“.“

„Sie wollen eine Rückreisewelle einsperren? Wie soll das gehen?“

„Nicht die Welle an sich, nur die Reisenden. Wer derzeit in Urlaub fliegt, der kann meinetwegen gerne da bleiben, wo er gerade ist, alternativ aber auch bei uns untergebracht werden, bis er keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellt.“

„Ja, aber dafür gibt es doch Tests …“

„… deren Finanzierung zum Teil immer noch nicht geklärt ist und die deswegen unter Umständen von denen mitfinanziert werden müssen, die sich keinen Urlaub leisten können oder aber so helle sind, wenigstens mal einen Sommer lang mit dem Arsch zu Hause zu bleiben. Oder meinetwegen irgendwo im Bundesgebiet Urlaub zu machen.“

„Klingt sinnvoll, das würde ich so genehmigen. Gehen wir weiter zu S. Warum steht hier 4S?“

„Na, 4S steht für „Seehofer, Söder, Scheuer, Sulfur“.“

„Es gibt einen CSU-Abgeordneten namens Sulfur?“

„Nein, jedenfalls nicht, dass ich wüsste. Sulfur ist Schwefel, Mensch. In dieser Abteilung arbeiten Seehofer, Söder und Scheuer in der Schwefelgewinnung!“

„Gefällt mir, trägt auch ein bisschen zu Eigenfinanzierung der Anlage bei.“

„Eben! Kommen wir zu T. Und da ich zwar der US-Justiz vertraue, aber nicht der amerikanischen Wählerschaft oder dem Wahlsystem an sich, kommt hier rein prophylaktisch der amtierende 45. Präsident der USA, Donald J. Trump rein.“

„Ihre Ideen gefallen mir immer besser. Ich denke, ich zücke schon mal mein Scheckbuch …“

„Nein, warten Sie, bis Sie alles gesehen haben. Wobei – für U ist uns bislang nichts eingefallen.“

„Wie wäre es mit einer simplen Umkleide?“

„Genial! Machen wir! Dann weiter zu V, reserviert für Beatrix von Storch, die im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme 190 Stunden die Woche Computermäuse putzen darf, bis sie darauf abrutscht.“

„Klingt aber nicht so, als könnte man damit – anders als beim Schwefel-Trio – Geld verdienen!?“

„Nein, die Maßnahme beruht auf reiner Boshaftigkeit meinerseits.“

„Genehmigt. Wie sieht es mit W aus?“

„Wahlcomputer!“

„Bitte?“

„Na, wir stellen hier sämtliche Wahlcomputer der USA unter. Während der noch amtierende Präsident keine Gelegenheit ausnutzt, gegen die Briefwahl zu wettern, sagt keiner irgendwas über dieWahlcomputer, die eigentlich jedes mäßig begabte Skriptkiddie-Kellerkind hacken kann. Die Dinger müssen weg!“

„Ich würde Sie Ihnen abkaufen!?“

„Bitte?“

„Ja, ich … würde sie Ihnen abkaufen, ich … bin mir sicher, damit lässt sich … noch einiges anstellen.“

„Na, meinetwegen. Kommen zu X. Hier …  ähm, nun ähm, ja, also hier kommen … XYLOPHONE, ja, genau, Xylophone kommen hier rein.“

„Eine seltsame Wahl – warum denn Xylophone?“

„Nun, ich … mag sie einfach nicht diese Dinger, die …

„Aber Chef, X war doch für Xi Jinping gedacht …“

„WAS! SIE WOLLEN UNSEREN ÜBERRAGENDEN FÜHRER EINSPERREN!? ICH BIN ENTRÜSTET! ACH, NOCH VIEL MEHR ALS DAS, ICH BIN ENTSETZT! DAS WIRD EIN NACHSPIEL HABEN! LEBEN SIE WOHL, SIE SPINNER! RÜCKREISEWELLE, PAH, WAS FÜR EIN VERRÜCKTER!“

„Nein, halt, warten Sie, sie können noch nicht gehen, Sie haben doch noch gar nicht Y für die Yakuza und Z wie … wie … Zebu … Zauneidechse … Zoohandlung …?

„Geben Sie es auf, Chef, er ist weg.“

„LÜÜÜÜÜBKÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!“

 

14 Gedanken zu “Etüdensommerpausenintermezzo III – 2020

  1. 🤣🤣🤣 Ich wusste doch, dass dir was einfällt, wenn du deinen Unmut ins Kraut schießen lässt!!! 😁
    Ein paar Mal habe ich nach Luft geschnappt, da hatte ich wohl wieder was verpasst. Die Dummen werden eher mehr als weniger.
    Ich frage mich, ob die von dir propagierte Umerziehung auch wirklich greifen würde, oder ob das dann mehr in Richtung „Chinesische Wasserfolter“ gehen würde …
    Vielen Dank, ich bin sehr entzückt. Nur deine Ablehnung des schönen Wortes Etüdensommerpausenintermezzo, die verstehe ich nicht 😉
    Liebe Grüße
    Christiane, ziemlich erheitert 😁🌞🥛🌼👍

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    1. Herzlichen Dank! Ich gebe zu, es war einer dieser Texte, bei denen ich die Länge des Alphabets verfluche … Das auf den Salomonen verwendete Rotoras-Alphabet hat nur elf Buchstaben, das hätte doch hier auch gereicht … 😉

      Und ja, vieles von dem, was ich hier so wiedergegeben habe, hätte ich auch lieber nicht erfahren, aber langfristig ist das ja auch keine Lösung.

      Und ja, Etüdensommerpausenintermezzo ist ein sehr schönes Wort, aber eben auch ein sehr langes Wort. Ich habe Ewigkeiten gebraucht, um wortgeflumselkritzelkram fehlerfrei schreiben zu können, dafür muss ich an anderer Stelle Zugeständnisse machen .. 🙂

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      1. 🤣 Aber Etüdensommerpausenintermezzo schreibst du nur ein- oder zweimal im Sommer, wortgeflumselkritzelkram dagegen ständig! 😉 Komm schon, da geht noch was …
        Und ja, der Rest … ach ja. 🤪😩🙄

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      2. Ich weise mal ganz vorsichtig darauf hin, dass ich allein bereits im Rahmen dieses Beitrags zweimal „Etüdensommerpausenintermezzo“ geschrieben habe. Das muss reichen. 🙂 Aber mal ganz ernsthaft, nee, da geht nicht noch was. Der Beitrag umfasst nahezu 3.000 Worte und wesentlich kürzer kann ich bei der Aufgabenstellung nicht. Das dauert ewig. 😉 Nee, einmal muss reichen.

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      3. Tja, weiß ich auch nicht, wer das getan haben könnte. Ich hätte mich ja für etwas Kürzeres, Prägnanteres entschieden, etwas das man besser schreiben kann … 😉 Es war übrigens nicht die Rede davon, dass ich es ständig schreibe, sondern nur davon, dass ich Ewigkeiten gebraucht habe, um eben das fehlerfrei zu können. Und für zwei Wortungetüme reichen meine Kapazitäten halt einfach nicht. 😉 Und sonst so?

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      4. Äh…. moment, ich meine, dass Christiane auch etwas von häufig geschrieben hat….. aber gut😁
        Sonst so? – Hätte ich das Alphabet wie folgt ergänzt:
        B wie Bonn
        K wie Keller
        U wie Unwetter
        W wie Wasser, das sich innerhalb von Sekunden einen Weg durch K sucht, bedingt durch U in B, in Folge tritt V wie Versicherung in Kraft, die aber N wie nicht einsieht, A wie alles zu B wie bezahlen…..
        Kurz und prägnant genug? Oder noch deutlicher: ich hab gerade echt kein Bock mehr😙🤨
        Und selbst so?

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      5. Entschuldige, aber bei „die aber N wie nicht einsieht“ musste ich gerade echt lachen. 🙂 Das ist natürlich ein ziemliches Missgeschick, dass sich auch nicht dadurch bessert, dass es sich wie eine Textaufgabe liest. Im Falle einer Elementarschadenversucherung zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung sollte die Variable N wie Nichteinsicht der Versicherung ja nun keine Rolle spielen, im Falle eines Fehlens derselben wird es natürlich unschön. 😦 Ich hoffe, dass sich das zeitnah in eurem Sinne regelt!

        Selbst so? Sagen wir mal so: Wenn man bedenkt, dass ich gerade erst drei Wochen Urlaub hinter mir habe, bin ich aus einer Fülle von Gründen bemerkenswert unentspannt. 😉 Ich finde, das Jahr kann weg!

        Gefällt 2 Personen

      6. E wie Elementarvetsicherung ist vorhanden, A wie aber tritt nach wie vor in Kraft, weil V wie Versicherung meint, dass W wie wir, einfach zuviel im K wie Keller gelagert gmhaben und B wie Belege fehlen, weil D wie doofer Versicherungsnehmers glaubte, dass Z wie Zwei Jahre Aufbewahrung für Belege ausreichend sind und diese dann eben N wie nicht mehr vorhanden sind….
        Ach ja, ich könnte gerade ewig so weiter machen …. egal….
        Ich hatte eigentlich auch Urlaub, aber…..
        Ja – das Jahr kann weg, auch wenn ich gerade noch versuche, positives zu suchen…..🙄

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      7. Sollte es V wie Versicherung nicht vollkommen schnurz sein, was und wie viel I wie ihr in eurem K wie Keller lagert? Selbst wenn es die kompletten Archivbestände des Museum of Modern Arts wären? Glaubt denn der F wie Fritze von der V wie Versicherung, ihr hättet euer G wie Geraffel noch eben schnell in den mit W wie Wasser überfluteten K wie Keller geschmissen, um mehr S wie Schadenregulierung rauszuholen?

        Pfff, Versicherungen – hat man keine, kriegt man kein Geld, hat man eine, kriegt man auch keins …

        Wenn du etwas Positives suchst, weise ich in einem Anfall übersteigerter Egozentrik darauf hin, dass mein „Ich muss drüber schreiben“-Stapel immens groß ist und ich dich sehr zeitnah in hohem Takt mit Rezensionen vollballere. Das ist doch schon mal was … 🙂

        Lass dich nicht unterkriegen!

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