Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

im vollen Bewusstsein, die Freitagsfragen 110 bis 112 bisher verpasst zu haben – die werden irgendwann nachgeholt und sozusagen dazwischengeschoben – widme ich mich jetzt erst mal der aktuellen Ausgabe der Freitagsfragen im Brüllmausblog. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Bist Du handwerklich begabt?

Gute Güte, nein! Früher, mit anderen Worten zu meiner Zeit – hach, das wollte ich immer schon mal sagen – beinhaltete das niedersächische Schulsystem noch etwas, das sich Orientierungsstufe nannte. Dorthin kam man nach der Grundschule für zwei Jahre, bevor man sich dann für einen weiteren Besuch der Haupt- oder Realschule oder am Gymnasium entschied bzw. empfahl. Dagegen wetterten aber erfolgreich Elterngenerationen, weil dann ja das Kind einmal zusätzlich aus seinem Klassenverbund gerissen wird, buhuhu, und letztlich wurde diese Orientierungsstufe dann abgeschafft – und phasenweise dadurch ersetzt, dass man Kindern in der Grundschule Schreiben nach Gehör beigebracht hat, weil es natürlich totaaal wichtig ist, das Damian-Jeremy und Jaques-Noëlle ihre Individualität entdecken und ausleben dürfen und es absolut nicht wichtig ist, etwas von Anfang an richtig zu machen, schließlich kann man ja später umlernen, und auch dadurch, dass Kinder heute in der Grundschule bereits so eine Singen-und-Klatschen-Variante von Englisch-Unterricht bekommen, der den selben „Is‘ nich‘ so wichtig, wie man es schreibt“-Ansatz verfolgt, mit dem Erfolg, dass man an Gymnasien heute Schüler und Innen hat, die keine adäquate Stifthaltung vorweisen können, aber dafür … ich schweife ab!.

Jedenfalls gab es an dieser Orientierungsstufe auch ein Fach, das nannte sich „Werken“. Und bereits da wurde deutlich, wie bemerkenswert untalentiert ich doch bin, wenn es um handwerkliche Tätigkeiten jeder Art geht. Und irgendwie hat sich daran bis heute nichts geändert. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn Umlernen kann man ja immer noch …

2.) Welches Möbelstück hast Du zuletzt angeschafft?

Das dürfte mein Schreibtisch gewesen sein und auch das ist schon wieder eine ganze Weile her. Ich neige ja dazu, Dinge so lange weiter zu benutzen, bis sie wirklich den Geist aufgeben und das meist aus ganz simplen ökonomischen Beweggründen, weswegen eine Möbelanschaffung jetzt auch nicht wirklich etwas ist, das in regelmäßigen oder gar kurzen Abständen ansteht.

3.) Wenn Deutschland einen Nationalsaurier hätte, welcher würde es am besten repräsentieren?

Was für ´ne geile Frage! 🙂 Von sämtlichen bekannten Saurierarten würde ich mir wohl den Citipati aussuchen, ein zu den Coelurosauria (Hohlschwanz-Echsen) gehörendes Exemplar aus der Mongolei, und zwar weil „Citipati“ übersetzt so viel heißt wie „Herr des Scheiterhaufens“. Denkt mal drüber nach, ich finds gut. 🙂

Sollte ich mir selbst ein Exemplar zusammenklöppeln, wäre mein Teutonicusaurus ein sehr pünktliches Exemplar. Morgens immer der Erste an der Wasserstelle. Man munkelt sogar, er habe das eine oder andere Exemplar seiner Beutetiere gehäutet, um eben damit dann den Bereich zu markieren, der ihm seines Erachtens an der Wasserstelle zusteht.

Er wäre sehr strebsam, eigentlich den ganzen Tag auf der Jagd. Würden ihn andere Dinosaurierkollegen ansprechen und darauf hinweisen, dass, wenn man die Beute, die alle machen, ansatzweise gleich verteilen würden, alle ganz gut davon leben könnten und niemand mehr aussterben müsste, dann würde er diesen Vorschlag weit von sich weisen, weil davon ja auch diese faulen Brontosaurier und andere Pflanzenfresser profitieren, die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als durch die prähistorischen Wälder zu flanieren und Blätter zu knabbern, ungeachtet der Tatsache, dass diese mit seiner Beute ja nun wenig anfangen könnten. Nein, trotzdem, das würde dem Teutonicusaurus nicht gefallen, denn Leistung muss sich lohnen und belohnt werden.

Natürlich würde er seinen Müll, also die Überreste seiner Beute, säuberlich trennen. Splitternde Knochen hierhin, sehniges Fleisch dorthin und alles andere da drüben. Diese Vorgehensweise wird die Paläontologen dereinst vor interessante Fragen stellen.

Insgesamt wäre er kein sonderlich geselliger Typ, nur einmal im Jahr gestattet er sich, über einen begrenzten Zeitraum über die Stränge zu schlagen. Dann lässt er sich von den faulen Pflanzenfressern die Bäume mit den vergorenen Früchten zeigen, haut sich damit tierisch die Rübe voll, wirft sich dann den eben noch hilfreichen und arglosen Pflanzenfresser ein und grölt anschließend durch die Gegend. Hieraus werden später Schützen-, Ernte- und Oktoberfeste entstehen.

Insgesamt wäre er kein sonderlich geselliger Typ, ein eher ichbezogenes Exemplar also. Seine übersteigerte Egozentrik wird dann später auch der Grund sein, warum die Art ausstirbt, weil man eben alleine häufig nicht weit kommt. Bis das dem Teutonicusaurus klar wird, ist es aber einerseits zu spät, andererseits ist aber sowieso schon der Asteroid Chicxulub am Himmel zu erkennen.

4.) Die Wahl der Qual: Hättest Du lieber Fischschuppen oder Federn am ganzen Körper wachsen?

Nun trage ich privat eher selten Dinge wie Federboas oder solche Scherze, könnte mir aber vorstellen, dass Fischschuppen noch befremdlicher aussehen würden, insofern entscheide ich mich für die Federn.

Das war es auch schon wieder. Für später wünsche ich einen guten Start in ein schönes Wochenende, bleibt gesund und

gehabt euch wohl.

4 Gedanken zu “Freitagsfragen #113

  1. Ich lihiebe den Teutonicusaurus! 😀
    Danke fürs Mitmachen!

    P.S.: Werken. Wie ungern denke ich daran zurück. Ich hatte so viel Spaß daran, etwas mit meinen eigenen Händen zu erschaffen und ich denke, ich bin handwerklich mindestens halbwegs geschickt. Doch leider war der Lehrer einer von der Sorte „Mädchen werken nicht!“ und so beschäftigte er sich mit den Jungs und wir Mädels mussten zusehen, wo wir bleiben. Echt blöd.

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    1. Herzlichen Dank, ich dafür fand die Frage super! 🙂

      Was solche Lehrer angeht, so kann man wohl nur froh sein, dass sich die Zeiten diesbezüglich ein wenig geändert haben, von sicherlich vorkommenden Ausnahmen mal abgesehen. Wobei die Sichtweise durchaus etwas für sich hat … ich hätte es aus Schülersicht nämlich total toll gefunden, wenn meine Lehrerinnen im Bereich „Textiles Gestalten“ einerseits eingesehen hätten, dass ich darin genau so untalentiert war wie im Werken und außerdem kategorisch festgestellt hätten: „Jungen sticken nicht!“ 😉 Leider war man an meiner Schule wohl irgendwie zu progressiv. Also musste ich sticken. Und stricken. Und häkeln. Und … was auch immer. Grausam! 🙂

      Gefällt 1 Person

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