abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die zauberhafte Bloggerkollegin Christiane ruft mal wieder zur Erstellung neuer Etüden auf. Nun, eigentlich tat sie das schon vor geraumer Zeit, ich leiste diesem Aufruf halt erst mit erheblicher Verzögerung Folge. Aber hey, besser spät als nie. Schreiten wir also zur Wortspende von Ludwig Zeidler frisch, fromm, fröhlich und frei zur Tat:

 

„Schon gehört?“

„Was denn?“

„Na, Detlef Scheele, der hat …“

„Wer?“

„Detlef Scheele, Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit.“

„Aha. Und der hat was?“

„In einem Interview mit der „Zeit“ verkündet, dass er die geforderte Anhebung der Hartz-IV-Sätze auf 600 Euro wohl für haltlos und nicht angebracht hält. „Wer sorgenlos leben möchte, der muss sich berappeln und möglichst gut entlohnte Arbeit finden.“, hieß es.

„Hm, heißt das übersetzt nicht so viel wie: „Als Hartz-IV-Empfänger hast du per se die Kontrolle über dein Leben verloren, also reiß dich endlich zusammen, du faule Sau!“?

„Nun, das … könnte man so verstehen …“

„Faszinierend.“

„Ja, und er führt in einem Interview vom Sommer 2020 weiter aus: „Verbunden mit dem Geld für die Miete führt das schnell zu Einkommen, die bei einem Haushalt mit drei Personen so hoch sind wie die unteren Tariflöhne in manchen Berufen.“

„Tja, dann …“

„Vergleicht er das das Einkommen von drei Personen mit dem von einer?

„Ja auch, aber …?“

„Was noch?“

„Sollten wir dann vielleicht als nächsten Schritt nicht über eben diese Tariflöhne nachdenken …?“

„Ja, meine Rede, aber damit beißt man ja bei den Wirtschaftsvertretern auf Granit. Erinnerst du dich noch an die panischen Massenentlassungen nach Einführung des Mindestlohns für alle, von Friseurinnen bis Sonnenhutmachern?“

„Ähm, nein!?“

„Eben! Die gab es ja auch nicht! Der Weltuntergang durch den Mindestlohn wurde von den Wirtschaftsvertretern vor dessen Einführung trotzdem propagiert. Und momentan massiert sich meine Wut auf die Wirtschaft in deren Ablehnung gegenüber der verpflichtenden Bereitstellung für Tests für Mitarbeiter. „Viele machen das ja freiwillig!“, hieß es sinngemäß, man würde deren Bemühungen durch eine Testpflicht entwerten.“

„Ernsthaft?“

„Jepp!“

„Hm, jetzt ersetzen wir mal „Bereitstellung von Tests“ durch „Steuern zahlen“ oder  „Arbeitsschutzmaßnahmen“ und merken …“

„Dass diese Argumentation …“

„Genau!“

 

300 Worte.

6 Gedanken zu “abc.Etüden KW 14/15 I

  1. Haltlos. Ich sag besser nix. Auch zu dem Rest der Farce nicht, obwohl es dazu einiges zu bemerken gäbe. 😩
    Dafür freue ich mich gerade ausdauernd, dass du deinen Blog aus dem Dornröschenschlaf geholt hast. Möge deine Schreiblust mit dem Frühling und so weiter … 😉
    Herzliche Morgenkaffeegrüße 😁🌼⛅☕🥐👍

    Gefällt 2 Personen

    1. Jo, besser man schweigt und bleibt Philosoph. 🙂 Möglich dass sich der Frühling positiv auf meine Schreiblust auswirkt – um das zu beurteilen, müsste er aber erst mal da sein. Stattdessen waren heute früh wieder die Autoscheiben zugefroren, momentan zieht eine Nebelsuppe durch die heimische Gemarkung und überhaupt … ich will Sonne! 🙂

      Gefällt 2 Personen

      1. Okay, aber du schreibst … 😉
        Ich will richtigen Frühling. Das Nachbardach war weiß überfroren und der Fellträger mürrisch und kaltpfotig. 😾
        Allerdings ist hier (noch?) Sonne 🌞😁

        Gefällt 1 Person

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