Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leserinnen,

auf vielfachen Wunsch einer einzelnen, ganz zauberhaften Person wird die „Steile These in gold“ ab heute in die „Steile These in Gold“ umbenannt. Einerseits, weil es einfach richtig ist. Andererseits, um meinen eigenen orthografischen Ansprüchen zukünftig vollumfänglich gerecht zu werden. Und darüber hinaus, weil ich selbst gerne leidenschaftlich klugscheiße. 🙂

Und da wir schon bei Ansprüchen sind, so könnte man auch erwähnen, dass die Verleihung in dieser Woche, wie üblich, eigentlich schon gestern hätte stattfinden sollen, sich aus Gründen aber verschoben hat, was aber andererseits sowieso niemandem auffallen würde und daher technisch gesehen auch hätte unerwähnt bleiben können. Sei´s drum …

Die Nominierten in dieser Woche sind:

Alice Weidel für: „Wir sind absolut gegen eine Impfpflicht. Das sagt natürlich auch die Bundesregierung bisher – damals hat man auch gesagt, man will keine Mauer bauen.“

Damit beweist Frau Weidel eindrucksvoll, dass sie es einerseits nicht so mit der indirekten Rede hat und andererseits, dass sie weiterhin nicht vor ätzenden Vergleichen zurückschreckt, ganz ähnlich wie ihre Wählerschaft.

Heiko Maas für: „Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen.“

Das Seltsamste an diesem Satz ist, dass Herr Maas in seiner weiteren Äußerung eigentlich begründet, warum er nicht Recht hat, indem er sagt: „Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Eben! Und genau so lange, wie exakt das nicht geklärt ist, sollten wir von solchen Forderungen doch lieber Abstand nehmen. Auch wenn Maas hinzufügt: „Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Das mag sein, vielleicht bringt er jemanden an ein Beatmungsgerät, falls er doch weiterhin ansteckend sein sollte!?

Ich verstehe die gesamte Diskussion irgendwie nicht. Wochen- und monatelang wird seitens der Regierung Solidarität eingefordert, und nun kann die Diskussion darüber, wer wann was wieder darf, offensichtlich nicht ausufernd genug sein …

Friedrich Merz für: „Ins Präsidium wären bei meiner Bewerbung noch weniger Frauen gewählt worden. Ich habe mich deshalb entschlossen, zugunsten der Frauen auf eine Kandidatur zu verzichten.“

Na, wie überaus generös. Mal ganz davon abgesehen, dass die gesamte Äußerung den Subtext „Ich wäre sowieso gewählt worden, wenn ich kandidiert hätte, weil ich ein geiler Typ bin.“ enthält und sich nahtlos einreiht in die sinngemäße Äußerung vom Parteitag, wenn er ein Problem mit Frauen hätte, würde er von seinen Töchtern schon längst die gelbe Karte gezeigt bekommen haben und überdies hätte ihn seine Frau vor 40 Jahren auch nicht geheiratet – was ungefähr so wäre, als würde Donald J. Trump behaupten, die Tatsache, dass er Frau und Kinder habe, würde beweisen, dass er nicht frauenfeindlich ist -, sagt das insgesamt viel über das Selbstverständnis des sympathischen Mittelschichtsmillionärs aus. Vor 40 Jahren sonst nicht geheiratet … pfff … vor 40 Jahren hatten sich die Frauen dieses Landes gerade erst seit 4 Jahren das Recht erkämpft, nicht mehr ihren Ehemann fragen zu müssen, wenn sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollten …

Nochmal Friedrich Merz – als nachfolgende Äußerung zur oben stehenden – für: „Dem neuen Parteivorsitzenden Armin Laschet habe ich aber angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen.“

Ich bin mir sicher, Peter Altmaier wird in diesem Moment der Löffel ins Müsli gefallen sein, vermutlich verbunden mit dem verständnislos gemurmelten: „Aber … ich bin doch … ich … hab doch …!“ Offensichtlich scheint Herr Merz sich wirklich als eine Art Gottesgeschenk an die CDU wahrzunehmen, die ohne ihn auch in der Regierung nicht mehr kann. Ich könnte …

Und Friedrich Merz zum Dritten für: „Jede Stimme für die AfD ist eine halbe Stimme für Rot-Rot-Grün.“

Nein, Herr Merz. Jede Stimme für die AfD ist das Ergebnis eines Versagens der großen Volksparteien, die den Menschen das Gefühl geben, vergessen zu werden. Der Versuch aber, Rot-Rot-Grün bzw. die daran beteiligten Parteien in irgendeiner Form in die Nähe dieser radikalen Menschenverächter zu schieben, ist allerdings so durchschaubar wie widerlich. Und ob es, wie Sie sagen, in diesem Land wirklich keine linke Mehrheit gibt, das sehen wir dann aller Voraussicht nach im September.

Gewonnen hat: Friedrich Merz! Nicht nur, weil die Fülle an Unsinn, die von sich zu geben er in der Lage ist, schon  beeindruckend ist, sondern in erster Linie, weil ich mich von letzterer Äußerung persönlich beleidigt fühle.

3 Gedanken zu “Steile These in Gold #3

  1. Die klugscheißende „zauberhafte“ Person dankt 😉
    Es ist ja nicht so, dass die aaaaaarme CDU große Auswahl gehabt hätte, aber Merz 😠 – ohne Worte. Ich stimme dir speziell beim letzten Argument zu.
    Ich hol mir lieber noch einen Kaffee, bevor ich mich aufrege ☕
    Vormittagskaffeegruß 😁☁️☕🍪👍

    Gefällt 1 Person

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