abc.etüden 2020 39+40 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

die abc.Etüden der geschätzten Bloggerkollegin Christiane gehen in die Kalenderwochen 39 und 40 und ich gehe natürlich mit. Die Wortspende stammt diesmal von Lea und ihrem Blog Kommunikatz.

 

„Schon mitbekommen? Heute ist HerbstanfAUA! Spinnst du? Wofür war das?“

„Die Jahreszeit, deren Namen nicht genannt werden darf, fällt aus, wird abgeschafft, verboten!“

„Alter, enstpann dich! Bist du auf Pilzen, oder so!? Geh lieber wieder schlafen! Du wirkst schon wie die ganzen Internet-Lynchmobs, die derzeit über verschiedenste Politiker herfallen!“

„Über wen?“

„Christian Lindner zum Beispiel.“

„Dann hält sich mein Mitgefühl in Grenzen. Was hat er getan?“

„Er hat anlässlich der Verabschiedung von Linda Teuteberg gesagt: „Ich denke daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten etwa 300 Mal den Tag zusammen begonnen haben“. Als darauf einzelne Lacher erklangen, führte er an: „Ich spreche über unser tägliches morgendliches Telefonat zur politischen Lage – nicht was Ihr jetzt denkt“.

„Okay … und?“

„Nun wird ihm Sexismus und Chauvinismus vorgeworfen.“

„Traurig!“

„Das Gesagte oder die Reaktion?“

„Das überlasse ich mal deiner Interpretation. Und wen lyncht man noch?“

„Merz!“

„HAAA!“

„Ich dachte mir, dass dich das freut …“

„Was hat er vorbrochen?“

„Er wurde von einem Bild-Redakteur gefragt – und ja, man kann bereits die Frage geschmacklos und tendenziös finden – ob er Vorbehalte hätte, wenn ein Schwuler Bundeskanzler würde.“

„Uuuuhhhh …“

„Japp. Darauf Merz: „Nein“!“

„Ja und? Dann ist doch alles gut.“

„Nicht wirklich. Entscheidend ist ein Nachsatz auf die Nachfrage,ob das für ihn „völlig normal“ wäre …

„Uuuuuhhh …“

„Jepp. Jedenfalls fügte er daraufhin an: „Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht – ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.“

„Uuuuuuhhh …“

„Japp.“

„Also Homosexualität unterschwellig mit Pädophilie gleichzusetzen oder auch nur in die Nähe zu rücken, ist schon selten dämlich. Er hat nicht dazugelernt, nachdem er seinerzeit dafür auf die Mütze bekam, dass er Rechtsradikalismus mit Grenzschließungen bekämpfen wolle.“

„Exakt.“

 

300 Worte.

 

 

10 Gedanken zu “abc.Etüden KW 39/40 I

  1. Zwei Anmerkungen:
    1. Ich habe starke Vorbehalte gegen DIESEN Schwulen als möglichen Bundeskanzler 😠
    2. Für mich rückt Merz‘ Ergänzung nicht Homosexualität in die Nähe von Pädophilie, bei mir berührt das als Erstes das Gleichstellungsthema von homo- und heterosexuellen Partnerschaften, speziell, was Rechte (Adoption etc.) angeht. Bin nicht sicher, ob er sich trauen würde, etwas anderes anzudeuten, noch dazu, wenn er damit rechnen muss, dass der andere sich das merkt … 😉
    Vormittagskaffeegruß 😁🌞☕🍪👍

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    1. Zu 1.: Der Lindner-Lynchmob würde dir wahrscheinlich auch diesen Satz um die Ohren hauen. 🙂

      Zu 2. Das mag man so sehen. Für mich hat Merz übersetzt und etwas zugespitzt sinngemäß gesagt: „Na ja, schwul sein ist noch okay, aber Pädophilie geht gar nicht.“ Und dabei darf dann schon die Frage geäußert werden, was das eine mit dem anderen zu tun hat und ob man beides zwingend in dieselbe Äußerung hätte packen müssen.

      Im Übrigen denke ich nicht, dass Merz auch nur im Geringsten daran interessiert ist, was andere denken, aber das sind meine persönlichen Vorbehalte gegen Herrn Merz. 🙂

      Gefällt 2 Personen

      1. Zu 2.: Richtig, hätte man nicht müssen. Und daher denke ich, dass er das nicht gemeint hat – er ist ja nicht blöd. Und es mag ihm persönlich egal sein, was andere von ihm denken, wenn es ihn Wählerstimmen kostet oder Feinde macht, wird er aus Kalkül die Klappe halten, glaubst du nicht? 🤔

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      2. Mag sein, ich finde die Äußerung trotzdem recht entlarvend. 🙂

        Was die Frage des Kalküls angeht, so denke ich, dass die jüngere und mittlere Vergangenheit in diversen Staaten gezeigt hat, dass man sehr viel sagen kann, was andere vor den Kopf stößt, trotzdem aber von seiner Hardcore-Wählerschaft – im Falle Merz also von den Anhängern der Werteunion, allen erzkonservativen Wählern (dem Ursprung nach wären das bei der CDU eigentlich alle …) und auch von allen anderen, die sich von diesem ganzen Genderdings gelangweilt oder genervt fühlen und allgemein der Meinung sind, dass Minderheiten doch endlich mal den Platz am Rande einnehmen und ansonsten die Klappe halten sollten – letztlich gewählt werden können. Ich bitte den langen Satz zu entschuldigen. 🙂

        Gefällt 2 Personen

    1. Ausgehend von Umfrageergebnissen würde ich sagen, dass den einen ziemlich wenige wirklich zu brauchen scheinen, der andere aber durchaus berechtigte Chancen auf den CDU-Vorsitz und somit die Kanzlerschaft hat. So beruhigend ich das eine finde, so besorgniserregend finde ich das andere. Ich persönlich bräuchte beide nicht.

      Gefällt 1 Person

    1. Der Dank ist ganz meinerseits! 😉 Warum WP das macht, kann ich dir leider auch nicht sagen, ich frage mich oft, warum WP bestimmte Dinge macht … Sollte das aber noch in mehreren Fällen so sein, würde das die desaströsen Aufrufzahlen meines Zweitblogs erklären. Oder er interessiert einfach niemanden … 🙂

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